Vogelfutter einfach selber machen

Wie wichtig die Vogelfütterung im Winter für die heimischen Vogelarten ist, ist inzwischen gut belegt. Jedoch hat das, in den meisten Läden angebotene Vogelfutter einige Nachteile. Hochwertiges Vogelfutter ist oft recht teuer, die Zutaten aus meist minderer Qualität – insbesondere jene mit Erdnüssen – hingegen schimmeln leicht. Doch Vogelfutter lässt sich auch prima selbst herstellen.

Nutzt man für die Vogelfutterherstellung z.B. Plätzchenausstecher, kann man viele verschiedene Formen kreieren, die den Garten oder Balkon gleichsam schmücken. Und ganz nebenbei kommen nur frische Zutaten in das Futter, das den Vögeln garantiert bekommt. Auf Wunsch können Sie ganz einfach Ihr eigenes, echtes Bio-Vogelfutter herstellen.

Ein einfaches Rezept für Körnerfresser

Die einen Vögel fressen eher Weichfutter, doch viele Arten sind auf Körner spezialisiert. In unseren Gärten sind dies vor allem auch die Meisen und Finken. Leicht kann man ihnen ein schmackhaftes und nahrhaftes Winterfutter zubereiten.
Die Zutaten:

  • 500 g Kokosöl oder Rindertalg
  • 250 g verschiedene Körner (Sonnenblumenkerne geschält oder ungeschält, Hanfsamen geschält oder ungeschält, Mohn, Haferflocken, Weizenkleie, weitere Vollkorngetreideflocken – auch fertiges Streufutter wäre dafür geeignet)
  • eventuell noch einige zerkleinerte Nüsse (besonders Wal-, Hasel- und ungesalzene (!) Erdnüsse sind beliebt)
  • Ein geeigneter Behälter zum Aufhängen

 

Das Fett wird langsam in einem Topf erhitzt, bis es flüssig wird. Dann werden die Körner (und Nüsse) hinzugefügt und die ganze Masse wird in einen Blumentopf mit oben daran befestigtem Juteseil (zum Aufhängen) oder in eine halbierte Kokosnussschale gefüllt. Dann muss die Masse nur noch soweit aushärten, dass sie nicht mehr aus dem Behälter herausgleitet.

Sie können zur Herstellung einer Futterglocke auch Anzuchtblumentöpfe verwenden oder selbst einen Behälter basteln. Vermeiden Sie jedoch bitte Behälter aus Metall. Diese erhitzen sehr schnell bei zu starker Sonneneinstrahlung, was dazu führen kann dass das Fett sich wieder verflüssigt.

Damit die Vögel an das Futter herankommen, können Sie das Juteseil auch straff durch das Futter spannen und an der Unterseite dann ein kleines Holzstück oder einen Ast anbringen, an dem die Vögel sich festhalten können.

Auch die klassischen Meisenknödel können selbst hergestellt werden. Da sich dort jedoch die Meisen mit den Füßen drin verfangen können, ist es besser, auf selbst gemachte Drahtkörbe zurückzugreifen und die selbstgemachten Meisenknödel regelmäßig zu kontrollieren.

Die Futterglocken oder -knödel sollten im Schatten aufgehängt werden. Das Fett könnte sonst schmelzen und der Inhalt würde zu Boden fallen.

 

Ein einfaches Rezept für Weichfresser

kleiner Vogel wartet auf Vogelfutter
Vogelarten wie die verschiedenen Drosselarten, Rotkehlchen und Zaunkönige benötigen ein Weichfutter, da sie sich deutlich anders ernähren, als die Körnerfresser. Dieses Futter ist reicher an Beeren und enthält auch zusätzlich viel Eiweiß. Bitte beachten Sie, dass durch das Eiweiß und die Früchte dieses Futter rascher verdirbt. Es sollte immer nur so viel gefüttert werden, wie die Vögel an einem Tag fressen.
Die Zutaten:

  • 500 g Kokosöl oder Rindertalg
  • 500 g Mischung aus Trockenfrüchten (unbedingt ungezuckerte, ungesalzene und ungeschwefelte Früchte nehmen! Am besten verwenden Sie getrocknete Beeren.) mit weichen Haferflocken und als Eiweißzusatz getrocknete Mehlwürmer (Baumarkt/Tierladen)
  • Eine Schale oder ein Vogelhäuschen zum Anbieten des Futters

 

Die Zutaten zusammen mischen, eventuell leicht erwärmen, damit sich die Flocken und die Früchte mit dem Fett vollsaugen. Danach dann auf jeden Fall nur portioniert anbieten, den Rest frieren Sie am besten zur späteren Verwendung ein.

Alternativ zu den Mehlwürmern können Sie auch ein hartgekochtes, kleingehacktes Ei nehmen. Und einen Teil der Früchte können Sie in Form von gefrorenen Wildbeeren hinzufügen.

Einige Vogelarten suchen auch in den Ritzen der Baumrinde nach Futter. Für diese Vögel können Sie einen Teil des Weichfutters direkt in die Rinde streichen.