Der Eichelhäher, lat. Garrulus glandarius, eng. Jay, gehört zur Gattung der Rabenvögel. Er ist in vielen Teilen Europas, Nordafrikas, Asien sowie dem Nahen Osten beheimatet. Als einheimische Vogelart bekannt, gehört der Eichelhäher in Deutschland zu den Standvögeln.

Der Vogel ist im Volksmund auch unter dem Namen „Gärtner des Waldes“ bekannt. Dieser Name kommt daher, weil er aufgrund seiner Vorratswirtschaft Eicheln oder Haselnüsse eingräbt und dadurch neue Bäume entstehen. Er ist ebenfalls dafür bekannt, dass er, genauso wie die Elster, Nester von anderen Singvögel ausraubt.

Eichelhaeher auf einem Ast

Eichelhäher: Äußere Merkmale

Es gibt keine äußeren Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen. Die Flügel sind blau und schwarz gefärbt, der Kopf schwarz-weiß. Schmale, schwarz verlängerte Federn an Stirn und Scheitel werden bei Erregung aufgestellt.

Das Gefieder des Vogels strahlt in einem rosabraunen Ton. Der kräftige Schnabel ist größtenteils schwarz, kann aber auch grauschwarz sein. Die Farbe der Beine reicht von fleischfarben bis graubraun und die Sohle ist gelb oder weiß. Der Eichelhäher hat blaue Augen, wobei die Iris bläulichgrau erscheint, mit einem roten Außen- und Innenring. Mit seinen 32 bis 35 cm Größe und einem Gewicht von rund 170 Gramm gehört der Eichelhäher zu der Familie der mittelgroßen Rabenvögel.

Sein Gesang verrät in meistens bevor er gesehen wird. Der Singvogel ist ein sehr guter Imitator und kann Stimmen von anderen Vögeln sowie Geräusche nachahmen. In gewisser Weise schafft er sich so einen einen immensen Vorteil gegenüber seinen Artgenossen. Eichelhäher werden sehr alt: Das festgestellte Höchstalter bei manchen Tieren beträgt in Freiheit sowie in Gefangenschaft bis zu 17 Jahre.

Lebensraum des Eichelhäher

Die bevorzugten Lebensräume des Eichelhähers sind Laub- und Mischwälder sowie Nadelwälder. Vor allem die dichten, untere Baumschichten sind für den Vogel ideal. Parks, Alleen, Gärten als auch Friedhöfe sind ebenfalls ein guter Ort für den Singvogel. Offene Landschaften versucht der Eichelhäher größtenteils zu vermeiden, vor allem während der Brutzeit. Er ist ein Standvogel und verweilt daher an einem bestimmten Ort.

Des Weiteren lebt der Eichelhäher in weiten Teilen des Mittelmeerraums und Kleinasiens. Dort lebt er in Trocken- und Bergwälder, Olivenhaine oder sehr bewaldeten Hängen. Es kann vorkommen, dass er sich auch in der Nähe einer Stadt niederlässt.
Sehr bevorzugt sind ebenfalls die dichten Nadelwaldzonen in Skandinavien, die für ihren hohen Fichtenanteil bekannt sind. Dasselbe gilt für Sibirien, China und der Kaukasusregion. Selbst in subtropischen Wäldern in Südasien ist der Vogel in offenen Dschungelgebieten anzutreffen.

In der Himalaya-Region kann der Vogel ebenfalls auf einer Höhe von bis zu 3300 Meter angetroffen werden. Die Verbreitung auf Höhen ist jedoch relativ unterschiedlich, liegt aber daran, ob eine Behausung in einer gewissen Höhe möglich ist oder nicht.

Fressverhalten Eichehäher

Die Nahrung des Eichelhähers ist sehr vielfältig und er wird daher als Allesfresser bezeichnet. Im Frühjahr besteht seine Nahrung größtenteils aus kleinen Tieren wie Schmetterlinge, Würmer, Käfer oder Raupen. Im Sommer werden auch Heuschrecken gejagt.
Anfang Herbst überwiegt der pflanzliche Anteil und dieser besteht meist aus den Vorräten, die der Eichelhäher während des ganzen Jahres hinweg versteckt hat, um die Winterzeit zu überdauern. Diese Nahrung wird zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgegraben.

Die pflanzliche Nahrung besteht meist aus unterschiedlichen Nüssen wie Haselnüssen oder Edelkastanien. Andernfalls greifen Eichelhäher auch auf Mais und andere Getreidesorten zurück. Neben den Nüssen sind bei den Vögeln auch Beeren, Baumsamen, Kernobst, Kartoffeln, Hülsenfrüchte sowie Pilze und Knospen sehr beliebt. Auch das Vogelfutter aus den Futterhäusern nimmt der Singvogel gerne an.

Paarung und Brutverhalten

Der Eichelhäher tätigt eine Jahresbrut in den Monaten von April bis Juni. Im Gegensatz zu anderen Rabenvögel legt er die Eier relativ spät. Die meisten Tiere brüten erst im zweiten Jahr, manche Jungtiere sind jedoch bereits im ersten Jahr geschlechtsreif. Bei den Tieren kommt es, wie bei anderen Rabenvogelarten, zu einer sogenannten Versammlung im Frühjahr. Bis zu dreißig, in seltenen Fällen sogar fünfzig Vögel nehmen an einem solchen Zusammentreffen teil, bei dem es oft lautstark zugeht. Die Bedeutung dieser Versammlung ist nach wie vor nicht klar, es könnte sich aber um eine Hilfe für die Partnersuche handeln.

Die Wahl des Nistplatzes obliegt dem Männchen. Bevorzugt werden Standorte hoch in den Wipfeln, in manchen Fällen auch tiefer, solange es gut im Dickicht verborgen ist. Das Nest besteht meist aus vier bis höchstens 10 Eiern. Die Ablage der Eier erfolgt innerhalb von 24 Stunden, wobei die Bebrütung der Eier erst ab dem dritten oder vierten stattfindet. Daher dauert die Bebrütung meist rund 17 Tage, manchmal auch länger.

Natürliche Feinde/Gefahren für Eichelhäher

Die Verlustrate bei den Jungtieren von knapp einem Jahr ist relativ hoch. Schnell können sie zur Beute von Greifvögel oder Eulen werden. Weitere Feinde des Eichelhähers sind unter anderem Krähen, Menschen und Falken, obwohl jedoch die Gefahr des Menschen aufgrund der Rodung der Wälder am größten ist. Die Bestände dieser Vögel sind nach wie vor stabil und haben in den Jahren sogar etwas zugenommen. Daher ist der Vogel nicht gefährdet.

Fazit

Der Eichelhäher ist eine einheimische Vogelart, die größtenteils in sehr dichten Nadelwäldern zu finden ist. Sie zählen zu einer sehr weit verbreiteten Vogelart in Europa. Die flinken Vögel sind überaus intelligent und bekannt als die Meister der Nachahmung. Die Gärtner des Waldes sind aufgrund ihrer Vorratswirtschaft nicht vom Ökosystem wegzudenken, da sie vielen Bäumen ein neues Leben schenken.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Eichelhäher
https://www.waldwissen.net/wald/tiere/voegel/wsl_eichelhaeher/index_DE
http://www.brodowski-fotografie.de/beobachtungen/eichelhaeher.html