Der Feldsperling gehört zu unseren heimischen Vogelarten und wird in der lateinischen Sprache als ‚Passer Montanus‘ bezeichnet. Die Vogelart, die sich vorwiegend in Eurasien verteilt hat, zählt zu der Familie der Sperlinge (lateinisch: Passeridae).

Der Singvogel ist im westlichen Teil der Paläarktis (Europa, Nordafrika, Asien sowie die vor diesen Gebieten liegenden Inseln) weniger dem Menschen angepasst und dadurch etwas zurückhaltender als in deutschen Regionen. In dörflichen Siedlungen haben wir hier oftmals die Möglichkeit, diese Vogelart im Garten zu beobachten. Doch am wohlsten fühlt sich das Flugtier natürlich in ländlicheren Gebieten, die ausreichend Nahrung bieten.

Ein kleiner Feldsperling auf einer Treppe

Aussehen und Merkmale des Feldsperling

Feldsperling wird bis zu 14 cm groß und ist im Vergleich zu dem Haussperling kleiner. Dies fällt auch in der Formgebung auf: Das Gewicht liegt zwischen 20 und 24 Gramm, sodass diese Vogelart im Vergleich auch schlanker ausfällt. Bei männlichen Tieren beträgt die Flügellänge 6.8 bis 7.4 Zentimeter, bei weiblichen Vögeln liegt die Messung bei 6.6 bis 7.1 Zentimeter. Auch bei der Länge des Schwanzes unterscheiden sich beide Geschlechter: Die Vogelmännchen kommen hierbei auf 4.8 bis 5.8 Zentimeter, die Weibchen hingegen auf 5 und 5.6 Zentimeter. Stark auffällige Merkmale oder weitere Unterschiede gibt es bei den beiden Gattungen jedoch nicht.

Der Feldsperling weist eine saubere Zeichnung im Gefieder auf. Der Oberkopf sowie der Nacken sind braun gefärbt, die Kehle trägt einen schwarzen Fleck. Der Wangenbereich ist weiß und wird von einem weiteren, dunklen Fleck in der Ohrengegend untermalt. Die helle Fläche wird im Nacken fast geschlossen. Auf dem Rücken ist die Sperlingsart bräunlich mit dunklen Längsstreifen verziert, die auch auf den Schultern zu erkennen sind. Die Schwanzwurzel ist gelbbraun, der Bauch sowie die Brust sind graubraun. Die Flügel tragen zwei weiße Binden. Doch insbesondere die braune Kopfplatte und der schwarze Wangenfleck ermöglichen es uns Menschen, diese Vogelart vom Haussperling zu unterscheiden.

Jungvögel gleichen in ihrem Aussehen oftmals den Elterntieren, jedoch ist ihr Kopf meist graubraun. Die Längsstreifen sowie der Wangenfleck sind in den ersten Lebenswochen noch etwas blasser. Das adulte Gefieder tritt nach durchschnittlich 77 Tagen auf.

Die Nestlinge sind nach der Geburt nackt. Fast jede Körperstelle erscheint bei ihnen rosa (so zum Beispiel die Haut, der Rachen und auch die Zunge). Der Schnabelwulst ist blassgelb.

Die Ruflaute dieses Vogels ähneln dem Haussperling, jedoch sind die Töne leiser und auch weicher. Hölzern, hell und rhythmisch erklingen die Laute des kleinen Singvogels.

Lebensraum und Lebensweise

Der Lebensraum des Feldsperlings bezieht sich vorwiegend auf Wald- und Feldränder, Hecken, Alleen und Gärten. Auch ein Siedlungsrand kann gern von ihnen genutzt werden. In Deutschland dringt diese Sperlingsart immer mehr in Städte und Dörfer hervor, wo er den selten werdenen Haussperling ersetzt. In Europa, Nordafrika sowie Asien zeigt sich unsere gefiederte Tierart ebenfalls.

Der Feldsperlingist ein Standvogel, wobei gelegentlich Wanderbewegungen Richtung Süden beobachtet werden. Die Bestandsdichte in der winterlichen Jahreszeit steigt deshalb in gewissen Regionen an (Nordafrika, Südeuropa, Türkei, Nordindien). Der Rückflug erfolgt dann im März – April.

Der Vogel weist ein ausgeprägtes Sozialverhalten auf, sodass er sich außerhalb der Paarungszeit gern geselligen Runden anschließt. Diese Truppen können aus wenigen oder auch mehreren tausend Artgenossen bestehen. Gern ziehen sich diese Vogelgruppen in 100 Quadratkilometer große Gebiete zurück. Hierbei ist es meist üblich, dass auch Weidensperlinge, Haussperlinge, Finken und Ammern vergesellschaftet werden.

Verhaltenstypisch für den Singvogel sind die ausgedehnten Staubbäder. Ganz gleich, wo sich diese Prozedur abspielt: Diese Vogelart verteidigt ihr Revier agressiv gegenüber Artgenossen.

Bisher wird diese Vogelart als nicht gefährdet eingestuft. Jedoch ist der Singvogel auf der Vorwarnliste aufgeführt, da die Bestandszahlen rückläufig sind. Gründe hierfür ist der Verlust durch Brutplätze oder Nahrungsgebiete (Verschwinden von Feldgehölzen, Streuobstwiesen, Ackerrandstreifen, Brachflächen und Stoppelfeldern) sowie die Zunahme der Pestizide in der Landwirtschaft. Ein strukturierter Garten mit Vogelhaus oder Nistkasten kann dieser Vogelart also tatsächlich helfen.

Paarung und Brutverhalten des Feldsperling

Feldsperlinge sind monogame Tiere, die ihren Partner am liebsten bis zum Lebensende bei sich haben. Die Brut findet häufig in lockeren Kolonien statt. Die Umgebung des Nestes wird dabei mit aller Kraft verteidigt. Gelegentlich bauen sie sich Freinester, oftmals präsentieren sie sich jedoch als Höhlen- und Nischenbrüter. Das Nest befindet sich in Baumhöhlen, Mauern, Kletterpflanzen oder Felsspalten. Auch die Benutzung von einem Nistkasten gilt als üblich.

Die Balz beginnt, sobald das Männchen ein geeignetes Nestgehege besetzt hat. Anschließend plustert es sein Gefieder stark auf, sodass weibliche Tiere angezogen werden. Sollte eine Sperlingsfrau Interesse zeigen, wird das Nest geprüft. Für gewöhnlich besteht dieses aus natürlichen Elmenten (Halme, Stängel, Blätter, Wurzeln). Die Mulde des Brutplatzes wird mit Federn ausgestattet. Am Ausbau sind beide Elterntiere fortwährend gleichberechtigt beteiligt.

In Mitteleuropa beginnt die Brut im April und zieht sich bis in den Mai. Oftmals werden zwei bis drei Jahresbruten großgezogen. Das Gelege kann aus vier bis sechs Eiern bestehen, die spindelförmig mit einer glatten Oberfläche leicht glänzen. Der Untergrund der Eier ist hierbei hell und wird von dunklen Flecken oder Punkten überzogen. Teilweise sogar so stark, dass die Ursprungsfarbe der Eierschale kaum noch zu bestimmen ist.

Die Brut wird von beiden Elternteilen vollzogen, wobei das weibliche Tier den größeren Anteil daran hat. Die Brutdauer weist einen Zeitraum von 11 bis 14 Tagen auf. Nach dem Schlüpfen kümmert sich die Sperlingsfrau um die Nesthocker: Fortan wird versucht, den Nachwuchs vor Kälte, Regen und zu großer Hitze zu schützen.

Die Nestlinge sind zunächst nackt und blind. Nach 5 Tagen öffnen sich ihre Augen, nach 10 Tagen kommen sie zum Nestrand, um Futter entgegen zu nehmen. Hierbei werden sie zuerst mit Insekten versorgt, die wenig später durch pflanzliche Nahrung ergänzt werden. Flügge werden die Jungtiere nach ca. 20 Tagen.

Zeitweise überlappt sich die Brut der Elterntiere. Das Männchen kümmert sich dann um die Erstbrut, das Weibchen um die folgende. Das Vogeltier brütet das erste Mal, wenn es ein Jahr alt ist.

Feinde und Gefahren für Feldsperlinge

Die größte, fliegende Gefahr für Feldsperlinge stellen vor allem zwei Vögel dar: Der Sperber und der Waldkauz. Weitere Feinde sind der Mäusebussard, der Wanderfalke und der Turmfalke. Die Hauskatze entpuppt sich ebenfalls als ein Feind der Sperlinge, genauso wie der Wiesel, der Marder, das Eichhörnchen und die Maus. Hierbei werden liebend gern Nestlinge oder Eier verspeist.

Nahrung und Futterquellen

Die natürliche Nahrung eines Feldsperlings besteht vorwiegend aus Samen und Körnern (wie beispielsweise aus Gräsern, Kräutern und Getreiden). Die Aufnahme dieser Futterquellen findet am Boden statt. Gras- und Getreidesamen können allerdings auch aus Ähren gepickt werden, während der Feldsperling auf dem Halm sitzt. Knospen und Beeren ergänzen den Speiseplan. Oftmals wird auch beobachtet, dass sich diese Vogelart seine Nahrung aus den menschlichen Abfallprodukten besorgt.

Ein bereitgestelltes Vogelhaus durch den Menschen ist gängig. Bei der Nahrungszufuhr sind hierbei verschiedene Pflanzen wie Melde, Brennnessel, Knöterich oder Beifuß genauso wichtig wie die genannten Samenarten.